Hamburg, Deutschland | Oxford, England - Evotec AG (Deutsche Börse: EVT, TecDAX 30) gab heute die Geschäftszahlen für das Jahr 2005 bekannt.
 
2005 Highlights:


ZNS-Pipeline hat gute Fortschritte gemacht:




Erste Phase I/II-Wirksamkeitsstudie abgeschlossen, die das Potenzial von EVT 201 als neues Schlafmittel gezeigt hat; Phase II soll im zweiten Halbjahr 2006 beginnen
EVT 301, eine Phase I-Substanz mit dem Potenzial, das Fortschreiten der Symptome der Alzheimer'schen Erkrankung zu verlangsamen, von Roche einlizenziert; auf Kurs, Ende 2006 mit der Phase II zu beginnen 
Phase I-Studie für Alzheimer-Substanz EVT 101 gestartet, Studienabschnitt zur Titration der Einzeldosen mit positiven Ergebnissen abgeschlossen


Kundenbeziehungen erfolgreich gestärkt:




Bereits zuvor umfangreiches Programm mit Boehringer Ingelheim verdoppelt und bis Ende 2008 verlängert; zwei Meilensteine erreicht (Mai 2005 und März 2006)
Strategische Partnerschaft mit Roche verlängert und erweitert
Starke Leistung bei chemischen und pharmazeutischen Entwicklungsdienstleistungen:

Drei Kundensubstanzen in der Entwicklung zur Vermarktung als Medikament
Starke Umsätze im Geschäft mit Arzneimittelformulierung, das nun vollständig in das Serviceangebot von Evotec integriert ist


Erster Meilenstein in Alzheimer-Kollaboration mit Takeda erreicht


Finanzkennzahlen:




Umsätze der Evotec-Gruppe um 10% auf 79,8 Mio. Euro (2004: 72,7 Mio. Euro) gestiegen; Umsätze in Q4: + 5% auf 26,5 Mio. Euro (2004: 25,3 Mio. Euro)
Starke Performance in der Services Division übertrifft Erwartungen:

Umsätze: +12% auf 61,0 Mio. Euro (54,5 Mio. Euro)
Operatives Ergebnis vor Abschreibung immaterieller Vermögenswerte positiv (1,5 Mio. Euro, 2004: -9,9 Mio. Euro)


Operatives Ergebnis der Gruppe um 58% verbessert; operatives Ergebnis vor Abschreibung immaterieller Vermögenswerte und Wertberichtigung - im Einklang mit dem gestiegenen Rohertrag - um 31% auf -8,1 Mio. Euro verbessert
Akquisition von Evotec Neurosciences und PIPE-Finanzierung im Mai/Juni 2005 brachten 47 Mio. Euro Cash zur Entwicklung der ZNS-Pipeline ein
Liquiditätsbestand am Jahresende betrug 53,5 Mio. Euro


 
"2004 haben wir mit der strategischen Erweiterung unseres Geschäfts begonnen: In deren Mittelpunkt steht der Aufbau einer Produkt-Pipeline für die Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS). Im ersten Schritt haben wir Evotec Neurosciences vollständig übernommen. Heute hat Evotec drei Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung, von denen zwei bereits mehrere Phase I-Studien erfolgreich durchlaufen haben. Zudem ist es uns in unserer Services Division gelungen, die Herausforderungen auf einem wirtschaftlich schwierigen Terrain zu meistern. Wir haben Maßnahmen zur Produktivitäts- und Effektivitätssteigerung ergriffen und konnten so die Umsätze profitabel um 12% steigern", sagte Jörn Aldag, Vorstandsvorsitzender von Evotec. "Insgesamt haben wir alle wesentlichen Ziele für das Jahr 2005 übertroffen. Wir freuen uns ganz besonders über den rapiden Fortschritt beim Ausbau unserer Produktpipeline. Da 2006 bereits der Start von klinischen Phase II-Studien für zwei unserer Substanzen geplant ist, wird dieses Jahr ein weiterer wichtiger und herausfordernder Abschnitt in der Entwicklung unseres Unternehmens."
 
Finanzbericht
Der Umsatz der Evotec-Gruppe stieg um 10% auf 79,8 Mio. Euro (2004: 72,7 Mio. Euro) und hat damit die Prognose von "0% bis 5%" Wachstum übertroffen. Das vierte Quartal war wieder besonders stark: Der Umsatz ist um 5% auf 26,5 Mio. Euro (2004: 25,3 Mio. Euro) angestiegen.
 
Das Wachstum resultiert aus einer starken Performance in Evotecs Services Division. Der Serviceumsatz ist um 12% auf 61,0 Mio. Euro (2004: 54,5 Mio. Euro) gewachsen und hat damit unsere konservative Prognose von etwa 54 Mio. Euro deutlich übertroffen. Dies ist besonders erfreulich angesichts der nach wie vor angespannten Marktlage im Bereich der Auftragsforschung und der anhaltenden relativen Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Euro und dem britischen Pfund, in deren Währungsräumen Evotec ihr operatives Geschäft durchführt. Wachstum wurde mit allen Produktlinien erzielt. Besonders hoch war 2005 die Nachfrage nach den Servicebereichen chemische und pharmazeutische Entwicklung. Der Umsatz in Evotecs Pharmaceuticals Division stieg auf 3,2 Mio. Euro (2004: 0,9 Mio. Euro). Evotec hat für ein neues Target der Alzheimer'schen Erkrankung die erste Meilensteinzahlung in ihrer Kollaboration mit Takeda erzielt. Der Geschäftsbereich Tools & Technologies (Evotec Technologies) erzielte 2005 einen Umsatz von 17,0 Mio. Euro (2004: 19,3 Mio. Euro). Der Umsatz im vierten Quartal war erneut stark, jedoch konnte er wie erwartet nicht die Zahlen des vierten Quartals 2004 erreichen, in dem der Verkauf eines
EVOscreen®-Systems einen überdurchschnittlichen Beitrag geleistet hatte.
 
Die F&E-Aufwendungen betrugen 2005 insgesamt 14,1 Mio. Euro und sind damit gegenüber 2004 nur leicht angestiegen (2004: 13,5 Mio. Euro). In der Pharmaceuticals Division sind die F&E-Aufwendungen für interne Projekte zwar deutlich gestiegen, die Ausgaben für die Weiterentwicklung der Forschungsplattform und Technologien sind jedoch gesunken, und zwar sowohl im Bereich Services (-52%) als auch bei Evotec Technologies (-16%). In den ersten beiden Quartalen 2005 konnte die Evotec-Gruppe daher gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres erhebliche Kostenersparnisse erzielen. Nach der Übernahme von Evotec Neurosciences im Mai 2005 und dem anschließend beschleunigten Ausbau interner Entwicklungsprogramme sind die F&E-Aufwendungen wieder planmäßig angestiegen, so dass F&E-Aufwendungen in Höhe von 5,1 Mio. Euro im vierten Quartal 2005 (mit 3,8 Mio. Euro F&E-Aufwendungen der Pharmaceuticals Division) den 3,8 Mio. Euro aus dem vierten Quartal 2004 gegenüberstehen.  
 
Die Vertriebs- und Verwaltungskosten lagen 2005 mit 19,9 Mio. Euro leicht über Vorjahresniveau (2004: 19,4 Mio. Euro), und dies obwohl 2005 die Vertriebs- und Verwaltungskosten von ENS für zusätzliche vier Monate konsolidiert wurden und höhere Aufwendungen aus Aktienoptionsplänen sowie außerplanmäßige Beratungskosten angefallen sind. Diese Effekte haben die eigentlichen Kosteneinsparungen im Bereich der die Geschäfte unterstützenden Verwaltungsfunktionen überkompensiert
 
Der operative Verlust vor Wertberichtigung und Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte hat sich um 31% auf 8,1 Mio. Euro (2004: 11,7 Mio. Euro) verbessert, in Einklang mit dem verbesserten Rohertrag. Der Großteil des operativen Verlusts der Evotec-Gruppe resultiert aus der Pharmaceuticals Division, in die das Unternehmen im Rahmen seiner eigenen Forschungsprogramme gezielt investiert. Die Services Division erzielte vor Abschreibung immaterieller Vermögenswerte für das Gesamtjahr 2005 ein positives operatives Ergebnis von 1,5 Mio. Euro. Evotec hat hiermit infolge des starken Umsatzwachstums und der Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung ihr ursprüngliches Ziel, den Break-even der Division, übertroffen. Bei gleichzeitig fokussierten Investitionen hat die Services Division wie geplant im Jahr 2005 Geld erwirtschaftet.
 
Der operative Verlust einschließlich Wertberichtigung und Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte ist deutlich auf 35,7 Mio. Euro gesunken (2004: 85,6 Mio. Euro). Im Jahr 2004 war die Wertberichtigung auf Firmenwerte und Sachanlagen besonders hoch. Wertberichtigungen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte betrugen insgesamt 73,9 Mio. Euro. Im Jahr 2005 wurde dagegen nur eine deutlich geringere Wertberichtigung durchgeführt: Immaterielle Vermögenswerte aus der Übernahme von Evotec Neurosciences (18,5 Mio. Euro) wurden, wie für die pharmazeutische Forschung und Entwicklung und die daraus resultierenden Firmenwerte üblich, sofort wertberichtigt. Folglich ist die Position Wertberichtigungen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 2005 auf 27,6 Mio. Euro zurückgegangen.
 
Entsprechend war auch der Jahresfehlbetrag mit 33,6 Mio. Euro deutlich niedriger als im Vorjahr (2004: 77,8 Mio. Euro).
Vor Wertberichtigung und Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte betrug er 6,0 Mio. Euro (2004: 3,9 Mio. Euro). Die latenten Steuergutschriften sanken 2005 auf 4,7 Mio. Euro (2004: 9,7 Mio. Euro) aufgrund geringerer planmäßiger Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und geringerer Sonderabschreibungen auf Investitionen. Bereinigt um diesen latenten Steuereffekt verbesserte sich der Fehlbetrag dagegen um 21%, und das trotz zunehmender Ausgaben für interne F&E-Programme der Pharmaceuticals Division.
 
Der Bestand an liquiden Mitteln innerhalb der Evotec-Gruppe betrug am Jahresende 2005 53,5 Mio. Euro.
 
Ausblick
Die Evotec-Gruppe entwickelt sich zu einem Wirkstoffforschungs- und
-entwicklungsunternehmen mit einer starken eigenen Pipeline von Wirkstoffkandidaten. Im März 2006 hat Evotec drei Wirkstoffe in Phase I der klinischen Entwicklung. Alle entwickeln sich bisher planmäßig, so dass sie sich 2007 schon in Phase II befinden könnten. Zusätzlich plant Evotec, 2007 weitere Produkte in die klinische Entwicklung zu bringen, sollten die wissenschaftlichen Ergebnisse und Finanzmittel die notwenigen Voraussetzungen dafür erbringen. Gleichzeitig erwägt Evotec, dann mit der Auslizenzierung von Produkten zu beginnen. Das ZNS-Portfolio könnte zudem durch Einlizenzierung oder Akquisition weiterer ausgewählter Substanzen ausgebaut werden.
 
Evotecs Services Division ist 2005 wieder in die Wachstums- und Gewinnzone zurückgekehrt. Durch ihre starke Marke und Wettbewerbsposition sollte Evotec von weiterem Aufschwung im Markt für Auftragsforschung - dessen Eintritt natürlich schwer vorhersehbar ist - und von einer weiteren Konsolidierung in der Branche profitieren können. Die Auftragslage für 2006 im Servicegeschäft ist auf demselben hohen Niveau wie zum gleichen Zeitpunkt 2005 - und das trotz der anhaltenden Marktschwäche in der frühen Forschung. Per Ende Februar 2006 belief sich das Umsatz- und Auftragsvolumen für 2006 auf etwa 37 Mio. Euro (34 Mio. Euro 2005). Evotec ist davon überzeugt, dass dieser Geschäftsbereich infolge der durchgeführten Kapazitätsanpassungen, und ohne eine erneute starke Schwächung des US-Dollars, operativ profitabel geführt werden und Barvermögen generieren kann.
Evotecs Geschäftsbereich Tools & Technologies (Evotec Technologies, ET) erwartet als Folge ihrer Restrukturierung im Jahr 2005 und der Erfolge ihrer neuen Produkte eine deutlich verbesserte  Finanzleistung. Die Aktivitäten in diesem Bereich gehören jedoch weiterhin nicht zum Kerngeschäft, zumal Evotec sich zunehmend zu einem Unternehmen mit Schwerpunkt eigener Wirkstoffforschung und -entwicklung entwickelt.   
 
Prognose
Für das Geschäftsjahr 2006 erwartet die Evotec-Gruppe ein Umsatzwachstum zwischen 0% und 5% gegenüber Vorjahr. Bei Umsatz und Profitabilität der Services Division wird ein ähnlich hohes Niveau wie 2005 erwartet. Im Einklang mit den steigenden Investitionen in interne Wirkstoffentwicklungsprogramme in der Pharmaceuticals Division ist ein deutlicher Anstieg der F&E-Aufwendungen geplant. Dies ist hauptsächlich auf erhöhte Ausgaben für klinische Studien für Evotecs  Programme EVT 101, EVT 201 und EVT 301 zurückzuführen. Hinzu kommen potentielle Meilensteinzahlungen im niedrigen einstelligen Millionenbereich, die typischerweise zu Beginn der Phase II fällig werden, sowie Anschaffungskosten für akquirierte oder einlizenzierte Vermögenswerte (z.B. die Abschlagzahlung für EVT 301), die ebenfalls unter F&E-Aufwendungen gebucht werden. Insgesamt geht Evotec davon aus, dass die F&E-Aufwendungen der Gruppe 2006 zwischen 30 Mio. und 35 Mio. Euro betragen werden. Auf Basis dieser Prognose strebt Evotec als Liquiditätsposition zum Jahresende 2006 mindestens 30 Mio. Euro an.
 
Webcast / Telefonkonferenz
Evotec wird heute von 10.30 Uhr deutscher Zeit an ihre diesjährige Analysten- und Pressekonferenz in Frankfurt anlässlich der Vorlage des Geschäftsberichts 2005 live im Internet übertragen. Im Anschluss daran findet um 12.30 Uhr ein Seminar über Evotecs Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten statt, das ebenfalls live übertragen wird. Beide Veranstaltungen werden in englischer Sprache durchgeführt.
 
Zur Teilnahme am Webcast finden Sie einen Link auf unserer Homepage: www.evotec.com. Dort werden auch die Präsentationsfolien bereitgestellt.
 
Sie können die Vorträge auch per Telefon verfolgen. Dazu wählen Sie bitte:
 
Von Europa:   
+49.(0)69.58 999 0701 (Deutschland)
+44.(0)20.7190 1232 (UK)
 
Von den USA:
+1.303.262 2137
 
 
Bericht zum Geschäftsjahr 2005
 
Eckdaten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungen nach IFRS
- Zusammenfassung -
Evotec AG und Tochtergesellschaften
 
Angaben in TEUR außer Angaben zu Aktien und pro Aktie







 


2005


2004


Delta
in %




 


 


 


 




Umsatzerlöse, gesamt


79.785


72.730


9,7




- Herstellkosten der Produktverkäufe


50.820


47.934


6,0




Rohertrag


28.965


24.796


16,8




Bruttomarge


36,3%


34,1%


 




 


 


 


 




- Forschung und Entwicklung


14.088


13.490


4,4




- Vertriebs- und Verwaltungskosten


19.902


19.419


2,5




- Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
  und Wertberichtigungen


 
27.568


 
73.925


 
-62,7




- Restrukturierungsaufwendungen


917


0


100,0




- Sonstige betriebliche Aufwendungen


2.163


3.584


-39,7




Operatives Ergebnis


-35.673


-85.622


58,3




Operatives Ergebnis*


-8.105


-11.697


30,7




 


 


 


 




Nettoergebnis


-33.583


-77.812


56,8




 


 


 


 




Durchschnittlich ausstehende Anzahl an Aktien


51.987.921


36.630.348


 




Ergebnis je Aktie


-0,65


-2,12


 





*vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Wertberichtigung
 
 
Eckdaten der Konzernbilanzen nach IFRS
- Zusammenfassung -
Evotec AG und Tochtergesellschaften
 
Angaben in TEUR







 


31.Dez. 05


31. Dez.04


Delta
in %




 


 


 


 




Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten


53.520


15.277


250,3




Net working capital


-1.219


8.080


115,1




Kurzfristiger und langfristiger Anteil von Krediten und Verbindlichkeiten aus Leasing von Anlagen


 
13.273


 
13.672


 
-2,9




Eigenkapital


148.669


110.508


34,5




 


 


 


 




Bilanzsumme


186.111


146.544


27,0




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