Pharma Partnerschaften

 

Evotec entwickelt Lösungen, die sich an Bereiche mit dem größten und dringlichsten medizinischen Bedarf weltweit richten. Mit EVT Innovate verfolgt das Unternehmen die vielversprechendsten wissenschaftlichen Ansätze, um in diesen Bereichen etwas zu bewegen und neuartige Lösungsvorschläge voranzutreiben. In ihren Forschungsinitiativen entwickelt Evotec bestimmte präklinische Projekte zu frühen Startpunkten für Wirkstoffforschungsallianzen. Dabei strebt Evotec an, diese proprietären Ansätze mit pharmazeutischen Unternehmen gegen Abschlagszahlungen, laufende Forschungszahlungen sowie Meilensteine und Umsatzbeteiligungen zu verpartnern. Mithilfe dieser Strategie baut Evotec eine Wirkstoffpipeline auf, ohne das große finanzielle Risiko, das normalerweise mit solchen Projekten verbunden ist, allein zu tragen.

Augenheilkunde

Im Januar 2022 gab Evotec eine Forschungspartnerschaft mit Boehringer Ingelheim bekannt. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Modellierung von Augenkrankheiten durch den Einsatz von induzierten pluripotenten Stammzellen („iPS-Zellen“) sowie die Entdeckung von Zielstrukturen und Wirkstoffen. 

Durch phänotypisches Screening humaner iPS-Zellen, unterstützt von Evotecs PanOmics-Plattform, wird Evotec niedermolekulare Strukturen identifizieren, die in der Lage sind Krankheitsphänotypen zu modulieren, und die zugrundeliegenden vielversprechenden Targets für potenzielle therapeutische Interventionen validieren. Boehringer Ingelheim wird dann mit der Erforschung und Entwicklung potenzieller therapeutischer Kandidaten fortfahren. Neben einer Vorabzahlung in nicht bekanntgegebener Höhe und einer FTE-basierten Forschungszahlung wird Evotec von der erfolgreichen Weiterentwicklung der Kandidaten in Form von Meilensteinen und gestaffelten Umsatzbeteiligungen profitieren.

Dermatologie

Almirall - Medizinische Dermatologie

In 2022 gaben Evotec und Almirall S.A., eine Multi-Target-Allianz im Bereich medizinischer Dermatologie bekannt. Ziel ist die Entdeckung und Entwicklung neuartiger Therapeutika für schwere Hautkrankheiten, darunter immunbedingte Entzündungen wie atopische Dermatitis und helle Hautkrebsarten wie Basalzellkarzinom.

Im Rahmen der Vereinbarung erhält Evotec eine nicht genannte Abschlagszahlung, Forschungszahlungen, erfolgsabhängige Meilensteine mit einem Potenzial von bis zu 230 Mio. € pro Programm sowie Beteiligungen am Nettoumsatz im hohen einstelligen Prozentbereich.

Diabetes und diabetische Komplikationen

Lilly/ Stoffwechselerkrankungen

Im Januar 2022 gab Evotec eine Wirkstoffforschungs- und -entwicklungspartnerschaft mit Lilly im Bereich Stoffwechsel- und Nierenerkrankungen sowie Diabetes bekannt. Die Partner setzen Evotecs einzigartige und umfangreiche Patientendatenbank zu Nierenerkrankungen ein, um vielversprechende Zielstrukturen für neue Therapieansätze zu identifizieren und zu validieren. Auf der Grundlage von Zielstrukturen, die von Lilly oder Evotec identifiziert wurden, wird Evotec potenzielle Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Diabetes und chronischen Nierenerkrankungen erforschen. Lilly ist berechtigt, bis zu fünf aus dieser Partnerschaft stammende Programme auszuwählen und die Verantwortung für die weitere Entwicklung, klinische Validierung und Vermarktung zu übernehmen. 

Zusätzlich zu einer nicht bekanntgegebenen Abschlagszahlung hat Evotec Anspruch auf erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen für die Entwicklung, Zulassung und Vermarktung in Höhe von bis zu 180 Mio. US$ pro Programm sowie auf gestaffelte Beteiligungen an den Nettoumsätzen aller Produkte, die aus der Kooperation hervorgehen. Insgesamt beträgt der mögliche Gesamtwert der Zusammenarbeit bis zu 1 Mrd. US$.

Chinook Therapeutics/ Nierenerkrankungen

Im März 2021 gaben Evotec und Chinook Therapeutics eine strategische Zusammenarbeit zur Erforschung und Entwicklung neuartiger präzisionsmedizinischer Therapien für Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen bekannt. Auf der Grundlage Evotecs proprietärer molekularer Datensätze tausender Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen unterschiedlicher Ätiologie werden Chinook und Evotec gemeinsam neuartige Mechanismen identifizieren, charakterisieren und validieren und präzisionsmedizinische Ansätze erforschen und entwickeln. 

Evotec und Chinook werden im Rahmen der Vereinbarung die Verantwortlichkeiten für die Wirkstoffforschung und die präklinische Entwicklung aufteilen. Chinook übernimmt die Verantwortung für die klinische Entwicklung und Kommerzialisierung der Produktkandidaten aus der Kooperation. Evotec erhält eine Abschlagszahlung in nicht bekannt gegebener Höhe, Forschungszahlungen sowie erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen basierend auf den Nettoumsätzen der im Rahmen der Zusammenarbeit entwickelten Projekte.

Novo Nordisk/ Nierenerkrankungen

Im August 2020 gaben Evotec und Novo Nordisk ihre strategische Zusammenarbeit bei der Erforschung und Entwicklung innovativer Therapeutika für Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen bekannt. Auf der Grundlage umfangreicher medizinischer und molekularer Datensätze von tausenden Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen werden Evotec und Novo Nordisk gemeinsam neuartige Targets identifizieren und entwickeln. Durch die Kooperation soll die relevanteste menschliche Krankheitsbiologie in einem therapeutischen multimodalen Ansatz verfolgt werden, um first-in-class Therapeutika für Patienten zu entwickeln, die an CKD leiden.

Evotec und Novo Nordisk teilen sich im Rahmen dieser Vereinbarung die Verantwortlichkeiten während der Wirkstoffforschung und der präklinischen Entwicklung auf. Novo Nordisk wird für die klinische Entwicklung und Vermarktung der Produkte verantwortlich sein. Evotec wird eine nicht bekanntgegebene Abschlagszahlung, Forschungszahlungen und mehr als 150 Mio. € Meilensteinpotenzial je Produkt sowie Umsatzbeteiligungen basierend auf den Nettoumsätzen erhalten.

Bayer/ CureNephron

Im September 2016 gab Evotec eine fünfjährige Multi-Target-Allianz mit Bayer bekannt. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen mehrere klinische Kandidaten für die Behandlung von Nierenerkrankungen, wie etwa chronische Nierenerkrankungen bei Patienten mit Diabetes, entwickelt werden. Beide Partner werden neuartige Zielmoleküle und umfangreiche, modernste Technologieplattformen in die Allianz einbringen und gleichermaßen für die präklinische Entwicklung potenzieller klinischer Kandidaten verantwortlich sein.

Im Rahmen der Vereinbarung erhält Bayer exklusiven Zugang zu ausgewählten Wirkstoffstrukturen sowie zu Evotecs CureNephron-Pipeline. Die Verantwortung für eine anschließende Entwicklung und Vermarktung geeigneter Kandidaten wird allein bei Bayer liegen. Die Zahlungen an Evotec, bestehend aus Forschungszahlungen und einer nicht bekannt gegebenen Lizenzgebühr, werden im Verlauf der Partnerschaft mindestens 14 Mio. € betragen. Darüber hinaus hat Evotec Anspruch auf präklinische, klinische und umsatzabhängige Meilensteinzahlungen von potenziell über 300 Mio. € sowie abgestufte Umsatzbeteiligungen im unteren zweistelligen Prozentbereich auf Umsätze der Produkte, die aus der Zusammenarbeit hervorgehen.

Entzündungen und Immunologie

Pfizer/ Fibrose

Im September 2015 gab Evotec die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit Pfizer Inc. über eine auf vier Jahre angelegte Zusammenarbeit im Bereich Organfibrose bekannt. Im Rahmen dieser Lizenz- und Kooperationsvereinbarung werden Wissenschaftler von Evotec und Pfizer neue Mechanismen für zielgerichtete antifibrotische Therapien im Bereich Multiorganfibrose erforschen. Evotec wird ihre umfangreiche Forschungsplattform einsetzen, während Pfizer die industrielle Wirkstoffentwicklung sowie die Vermarktung von Produkten übernimmt.

Im Rahmen der Kooperation sind eine Abschlagszahlung sowie potenzielle Meilensteinzahlungen vereinbart, die von bestimmten Entwicklungs- und kommerziellen Etappenzielen abhängen. 

CONBA Pharmaceutical/ EVT401

Im Mai 2012 vergab Evotec eine Exklusivlizenz für EVT401, ein selektiver, niedermolekularer P2X7 Antagonist, an CONBA Pharmaceutical Co. („CONBA“) in China. Evotec erhielt eine kleine Vorabzahlung, Entwicklungs- und kommerzielle Meilensteinzahlungen von mehr als 60 Mio. EUR und abgestufte Umsatzbeteiligungen im zweistelligen Prozentbereich. Mit dieser Vereinbarung erhielt CONBA die exklusiven Rechte, die Substanz für entzündliche Krankheiten beim Menschen im chinesischen Markt zu entwickeln und zu kommerzialisieren.

Evotec behält die Rechte an chronisch-obstruktiven Lungenkrankheiten („COPD“), ophthalmologischen Indikationen sowie Endometriose und hat das Recht, alle von CONBA erhobenen klinischen Daten zur weiteren Entwicklung von EVT401 in anderen Märkten und Indikationen zu nutzen.

P2X7 Rezeptor Antagonisten bieten einen neuen Ansatz zur Behandlung von Entzündungskrankheiten. Evotec hat eine erste Phase-I-Studie mit EVT401 bereits im Jahr 2010 abgeschlossen. CONBA wird weiterführende klinische Studien mit EVT401 in China im Bereich der Entzündungskrankheiten initiieren. Im Juli 2013 erhielt CONBA „grünes Licht“ von der chinesischen Behörde für die Weiterführung der klinischen Studien mit EVT401.

Frauengesundheit

Bayer - Endometriose und chronischer Husten

Im Oktober 2012 sind Evotec und Bayer Pharma AG eine fünfjährige Zusammenarbeit eingegangen, in deren Rahmen mehrere Endometriose-assoziierte Zielmoleküle erforscht werden sollen. Ziel ist es, drei Arzneimittelkandidaten für die klinische Entwicklung zur Behandlung der Endometriose zu identifizieren. Beide Partner bringen nicht nur innovative Zielmoleküle und modernste Technologien in die Partnerschaft ein, sondern sind auch gemeinsam für die frühe Endometriose-Forschung und präklinische Charakterisierung potenzieller klinischer Entwicklungskandidaten verantwortlich.

Bayer wird für die anschließende Entwicklung und Vermarktung geeigneter Kandidaten allein verantwortlich sein. Evotec hat im Rahmen der Vereinbarung 12 Mio. € als Vorauszahlung erhalten. Insgesamt könnte Evotec bei Erreichen bestimmter Meilensteine in der präklinischen und klinischen Entwicklung sowie bei der Vermarktung Zahlungen von möglicherweise bis zu rund 580 Mio. € erhalten. Darüber hinaus sind potenzielle Lizenzgebühren bis zu einem niedrigen zweistelligen Prozentsatz des Umsatzes möglich. Dies ist abhängig davon, welcher Partner die entsprechende Substanz in die Kooperation eingebracht hat.

Die Allianz hat bis dato bereits mehrere präklinische Entwicklungskandidaten generiert; im August 2016 erreichte das erste Programm die klinische Phase I. Drei weitere Phase I Studien wurden im Juli 2017, im April 2018 und im Januar 2020 gestartet.

Eliapixant (BAY1817080) - Phase-II-Programm

Im Juli 2018 gab Evotec bekannt, dass Eliapixant in die klinische Phase II zur Behandlung von chronischem Husten vorangeschritten ist. Im Juli 2019 wurden positive Phase-II-POC-Daten für Eliapixant veröffentlicht.

In 2020/21 initiierte Bayer vier Phase II Studien mit Eliapixant in Patienten mit refraktärem chronischen Husten, Endometriose, überaktiver Blase und neuropathischem Schmerz. 

Im August 2021 wurden positive Phase IIb Ergebnisse für Eliapixant in Patienten mit refraktärem chronischen Husten bekannt gegeben.

Im Februar 2002 wurde Evotec von Bayer darüber informiert, dass das Unternehmen entschieden hat, die Entwicklung von Eliapixant einzustellen.
Als Folge dieser Entscheidung erhält Evotec die Rechte an allen P2X3-Assets zurück. Das Unternehmen wird die zugrundeliegenden Daten bewerten sobald diese verfügbar sind und alle Optionen in Betracht ziehen.

Whitepaper

Um die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, die sich gegenseitig ergänzen, für künftige Forschungspartnerschaften zu fördern, haben Evotec und Bayer ein Whitepaper über ihre erfolgreiche Allianz veröffentlicht. 

Über Endometriose

Endometriose betrifft schätzungsweise zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter, was etwa 176 Millionen Frauen weltweit entspricht. Sie wird durch das abnorme Wachstum von Gewebe verursacht, das der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt, jedoch in diesem Fall außerhalb der Gebärmutter auftritt. Das kann ektopische Läsionen und lähmende Schmerzen zur Folge haben. Oft finden sich solche Läsionen auf den Eierstöcken und dem Bauchfell, aber auch andere Beckenorgane können betroffen sein wie etwa die Blase, der Darm oder der rekto-vaginale Bereich. Für Endometriose gibt es noch keine Heilung, die meisten verfügbaren medikamentösen Therapien können nur mit gewissen Einschränkungen angewendet werden. Endometriose ist eine sehr komplexe und heterogene Erkrankung, und es besteht auch heute immer noch ein hoher medizinischer Bedarf an innovativen Therapien, die die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Frauen adressieren. Endometriose kann das soziale, berufliche und private Leben erheblich beeinflussen - betroffene Frauen erleben häufiger Depressionen und emotionale Probleme, was sich auf die Unsicherheit der Diagnose, die unvorhersehbaren Symptome und die Herausforderung, gleichzeitig ein normales Leben zu führen, zurückführen lässt.

Bayer - Celmatix/ polyzystisches Ovarialsyndrom 

Im Januar 2020 gaben Evotec und Bayer die Erweiterung ihrer Partnerschaft im Bereich Frauengesundheit im Rahmen einer neuen Multi-Target-Allianz bekannt, die zunächst auf fünf Jahre angelegt ist. Ziel ist die Entwicklung mehrerer klinischer Kandidaten für die Behandlung des polyzystischen Ovarialsyndroms („PCOS“).

Im Rahmen der Vereinbarung tragen beide Unternehmen Zielstrukturen und ein umfassendes Set hochqualitativer Technologieplattformen bei, um gemeinsam innovative Behandlungsoptionen zu entwickeln. Die strategische Allianz wird zudem Zugriff auf Zielstrukturen erhalten, die aus Evotecs kürzlich bekannt gegebener Partnerschaft mit Celmatix, dem weltweit führenden Unternehmen in der „Big Data“-unterstützten Identifizierung von Zielstrukturen in den Bereichen Fruchtbarkeit und Frauengesundheit, stammen.

Bayer und Evotec teilen sich die Verantwortlichkeit während der präklinischen Entwicklung potenzieller Wirkstoffkandidaten. Bayer wird für eine anschließende klinische Entwicklung und Vermarktung verantwortlich sein. Evotec erhält eine Vorabzahlung in Höhe von 6,5 Mio. € sowie 10 Mio. € an Forschungszahlungen über fünf Jahre. Zudem kann Evotec präklinische, klinische und kommerzielle Meilensteinzahlungen in Höhe von insgesamt mehr als 330 Mio. € sowie potenzielle Beteiligungen an den Nettoumsätzen bis zum niedrigen zweistelligen Prozentbereich erzielen.

Neurologie

Bristol Myers Squibb/ Neurodegenerative Krankheiten

Im Dezember 2016 gab Evotec den Beginn einer strategischen Wirkstoffforschungs- und -entwicklungskooperation mit Celgene (nun ein Unternehmen von Bristol Myers Squibb) bekannt. Ziel dieser Kooperation ist die Entwicklung krankheitsmodifizierender Therapeutika für eine Vielzahl neurodegenerativer Erkrankungen. Insbesondere fokussieren sich die Forschungen zunächst auf Amyotrophe Lateralsklerose ("ALS"), die Alzheimer'sche Erkrankung, Parkinson sowie weitere neurodegenerative Erkrankungen.

Evotecs industrialisierte iPSC-Infrastruktur stellt eine der größten und hochentwickelten iPSC-Plattformen in der Branche dar. Die iPSC-Plattform wurde in den vergangenen fünf Jahren mit dem Ziel aufgebaut, das Wirkstoffscreening basierend auf iPS-Zellen hinsichtlich Durchsatz, Reproduzierbarkeit und Belastbarkeit zu industrialisieren, um den höchsten Branchenstandards gerecht zu werden. Die Bemühungen wurden durch eine Forschungs- und Lizenzvereinbarung mit der Harvard University, sowie führenden Wissenschaftlern des Harvard Stem Cell Institutes ermöglicht. Insbesondere die Kooperation CureMotorNeuron, die im Jahr 2013 mit den Laboren von Prof. Kevin Eggan, PhD, und Prof. Lee Rubin, PhD, eingegangen wurde, hat wertvolle Beiträge zur Plattform geleistet. Darüber hinaus hat Evotecs seit mehr als 10 Jahren bestehende Kooperation mit der CHDI Foundation im Bereich Huntington-Krankheit zum Aufbau dieser Plattform beigetragen.

Im Rahmen der Vereinbarung erhielt Evotec eine Vorabzahlung in Höhe von 45 Mio. $. Bristol Myers Squibb hält exklusive Optionen zur Einlizenzierung der weltweiten Rechte auf Evotecs Programme, die auf Basis der Substanzbibliothek des Unternehmens entwickelt werden. Darüber hinaus hat Evotec Anspruch auf Meilensteinzahlungen von bis zu 250 Mio. $ sowie Umsatzbeteiligungen im unteren zweistelligen Prozentbereich aus den jeweiligen einlizenzierten Programmen. Im Rahmen der Zusammenarbeit kann Bristol Myers Squibb zudem Substanzen aus seiner proprietären CELMoD®-Bibliothek auf Evotecs iPSC-Plattform screenen, um deren Potenzial für neurodegenerative Erkrankungen zu testen. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf fünf Jahre angelegt.

Im Oktober 2017 gab Evotec das Erreichen des ersten Meilensteins in dieser strategischen Allianz bekannt, der Umsatzerlöse in Höhe von 5 Mio. $ an Evotec auslöste. Dieser Meilenstein wurde durch den erfolgreichen Abschluss des ersten Screening-Programms durch Nutzung von Evotecs iPSC (induzierte pluripotente Stammzellen)-basierter Screening-Plattform erreicht.

Im Mai und im Oktober 2018 gab Evotec bekannt, dass Bristol Myers Squibb entschieden hat, die Partnerschaft um zusätzliche Zelllinien zu erweitern. Evotec erhält für diesen Zugriff auf weitere Zelllinien jeweils eine Zahlung in Höhe von 6 Mio. $.

Nach der Überführung eines Programms in die Phase der Leitstrukturoptimierung gab Evotec im Januar 2019 bekannt, dass dieser wissenschaftliche Fortschritt eine Zahlung in Höhe von 14 Mio. $ an Evotec ausgelöst hat, die noch zum Jahresende 2018 geleistet wurde.

Nach dem Erhalt einer 9 Mio. $-Zahlung für die Ergänzung weiterer Zelllinien im Juni 2019 gab Evotec im Januar 2020 bekannt, dass die Partnerschaft gegen eine 6 Mio. $-Zahlung von Bristol Myers Squibb erneut um weitere Zelllinien erweitert wurde.

Im Oktober 2020 gab Evotec bekannt, dass das Unternehmen eine Meilensteinzahlung in Höhe von 6 Mio. $ von Bristol Myers Squibb erhalten hat, nachdem entschieden worden war, das Portfolio um ein weiteres Wirkstoffforschungsprojekt mit direkter Relevanz für Alzheimer zu erweitern.

Im September 2021 gab Evotec bekannt, dass Bristol Myers Squibb ihre Option zum Abschluss einer exklusiven globalen Lizenzvereinbarung für EVT8683 genutzt hat. EVT8683 ist eine niedermolekulare Substanz, die auf eine wesentliche zelluläre Stressreaktion abzielt und damit vielversprechend für verschiedene neurodegenerative Indikationen ist. In Q4 2021 startete Bristol Myers Squibb die Phase I Entwicklung mit EVT8683.

Im November 2021 gab Evotec gab bekannt, dass das Unternehmen weitere Fortschritte in der Neurologie-Kooperation mit Bristol Myers Squibb erreicht hat. Die Auswahl zusätzlicher Programme durch Bristol Myers Squibb löste Zahlungen von insgesamt 40 Mio. $ an Evotec aus.

Im Januar 2022 gab Evotec eine erneute Erweiterung der Kooperation bekannt. Evotec und Bristol Myers Squibb erforschen und entwickeln eine neue Strategie, die einen neuartigen Ansatz für gezielten Proteinabbau einsetzt, um neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer zu behandeln. Evotec erhielt von Bristol Myers Squibb Zahlungen in Höhe von insgesamt 15 Mio. $.

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JingXin/ EVT201

Im Oktober 2010 gaben Evotec und Zhejiang JingXin Pharmaceutical Co., Ltd („JingXin“) die Unterzeichnung einer Lizenz- und Entwicklungsvereinbarung für EVT201, eines neuartigen Wirkstoffs zur Behandlung von Schlafstörungen bekannt. JingXin erhält die exklusiven Rechte, den Wirkstoffkandidaten in China zu entwickeln und zu vermarkten. Evotec erhält im Gegenzug eine geringfügige Vorabzahlung zusammen mit kommerziellen Meilensteinen und signifikanten Umsatzbeteiligungen.
Im April 2013 erhielt JingXin vom Chinese Center of Drug Evaluation („CDE“) die Zulassung für den Start klinischer Studien mit EVT201 und führt derzeit eine planmäßig eine Phase II Studie durch. Evotec hat vor Auslizenzierung zwei Phase-II-Studien, die Sicherheits- und Wirksamkeitsprofile ergaben, abgeschlossen. JingXin wird alle Entwicklungskosten tragen und Evotec erhält das Recht, die von JingXin entwickelten klinischen Ergebnisse zur potenziellen Weiterentwicklung von EVT201 in anderen Ländern zu nutzen.

Im 2. Quartal 2020 initiierte JingXin eine Phase III Studie mit EVT201 in China. Im 4. Quartal 2021 gab JingXin positive Ergebnisse der Phase III Studie zur Behandlung von Schlafstörungen bekannt. 
Eine Erweiterung der Lizenzvereinbarung mit JingXin zu EVT201 und die Einreichung des Antrags auf Zulassung in China durch JingXin fanden im 2. Quartal 2022 statt. Die Zulassung von EVT201 in China wird für 2023 erwartet.

Onkologie

Kazia Therapeutics/ EVT801

Im April 2021 gab Evotec bekannt, dass das Unternehmen eine Lizenzvereinbarung sowie einen Rahmenvertrag mit dem australischen Biotechnologieunternehmen Kazia Therapeutics Limited geschlossen hat, das schwerpunktmäßig im Bereich Onkologie tätig ist. Im Rahmen dieser Vereinbarung vergibt Evotec eine exklusive, weltweite Lizenz für die Erforschung, Entwicklung und Kommerzialisierung ihres Onkologie-Programms EVT801 an Kazia.

EVT801 ist ein präklinischer, oral verfügbarer niedermolekularer Inhibitor des lymphatischen Wachstumsfaktor-Rezeptors VEGFR3, der ursprünglich in einer Kooperation von Evotec und Sanofi entwickelt wurde. Die hohe Selektivität von EVT801 für VEGFR3 gegenüber anderen VEGF-Rezeptoren unterscheidet den Wirkstoff von anderen niedermolekularen Multi-Kinase-Inhibitoren, die an mehrere VEGF-Rezeptoren binden und mit erheblicher Toxizität verbunden sind. EVT801 hat das Potenzial, besonders an VEGFR3 zu binden, um eine hohe Wirksamkeit sowohl gegen den Primärtumor als auch gegen lymphatisch bedingte Metastasen mit einem sehr günstigen Toxizitätsprofil zu kombinieren. 

Evotec erhält eine geringe Abschlagszahlung sowie weitere Zahlungen für das Vorantreiben von EVT801 in die klinische Testphase und darüber hinaus, z. B. für die Entwicklung von Biomarkern und CMC. Darüber hinaus erhält Evotec Anspruch auf klinische und kommerzielle Meilensteinzahlungen von über 300 Mio. € sowie gestaffelte, einstellige Umsatzbeteiligungen am Nettoumsatz mit EVT801. Diese werden mit Sanofi, dem Forschungs- und Entwicklungspartner von EVT801, geteilt.

Im 4. Quartal 2021 gab Kazia den Start einer klinischen Phase I Studie mit EVT801 bekannt.

Bristol Myers Squibb/ Solide Tumore

Im Mai 2018 gab Evotec den Beginn einer langfristigen strategischen Wirkstoffforschungs- und -entwicklungspartnerschaft zwischen Evotec und Celgene (nun ein Unternehmen von Bristol Myers Squibb) zur Identifizierung neuer Therapeutika im Bereich Onkologie bekannt. 
Evotec verfügt über eine der umfangreichsten und innovativsten präklinischen Forschungs- und Entwicklungsplattformen der Branche. Dazu zählt insbesondere auch unsere führende Plattform für phänotypisches Screening mit einzigartigen Substanzbibliotheken sowie dazugehörige Dekonvolution von Zielstrukturen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sollen diese Ressourcen zunächst mit einem Fokus auf solide Tumore eingesetzt werden. 
Bristol Myers Squibb erhält exklusive Rechte zur Einlizenzierung der weltweiten Rechte an allen im Rahmen der Partnerschaft entwickelten Programmen. Im Rahmen der Vereinbarung erhält Evotec eine Vorabzahlung in Höhe von 65 Mio. $ und hat Anspruch auf potenzielle signifikante Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Umsatzbeteiligungen an jedem lizenzierten Projekt.

Apeiron-Sanofi/ TargetImmuniT

Im Januar 2013 vereinbarten Evotec und Apeiron eine Forschungszusammenarbeit zur Entwicklung immunmodulatorischer Leitsubstanzen für die Behandlung von Krebs. Apeiron wird ihre Expertise im Bereich in vitro und in vivo Pharmakologie in die Zusammenarbeit einbringen während Evotec für die Bereiche Medizinalchemie und chemische Proteomik verantwortlich sein wird. Die Zusammenarbeit resultiert aus einem erfolgreichen Ergebnis eines phänotypischen Hochdurchsatzscreenings, das Evotec zuvor im Auftrag von Apeiron durchgeführt hatte.
Im August 2015 gaben Evotec und Apeiron eine strategische Kooperation mit Sanofi zur Entwicklung neuartiger, auf niedermolekularen Substanzen basierenden Krebsimmuntherapien bekannt. Die Kooperation beinhaltet umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die darauf abzielen, neuartige Ansätze zur Behandlung von soliden und hämatopoetischen Tumoren durch die Steigerung der Antitumorwirkung menschlicher Lymphozyten zu verfolgen. Basierend auf Evotecs technologischer Expertise und Apeiron Biologics' umfangreichen Kenntnissen immunologischer Wirkprinzipien konzentriert sich die Kooperation auf die Identifizierung neuartiger niedermolekularer Substanzen und ihrer Zielmoleküle für immun-onkologische Therapien der nächsten Generation. Es wird erwartet, dass dieser Ansatz das derzeitige therapeutische Spektrum von Checkpoint-Inhibitoren deutlich erweitern wird.
Im Rahmen der Kooperation sind erhebliche Forschungszahlungen innerhalb der nächsten zwei Jahre für Evotec und Apeiron Biologics vereinbart; darüber hinaus sind im Erfolgsfall präklinische, klinische, regulatorische und kommerzielle Meilensteinzahlungen von über 200 Mio. EUR sowie Umsatzbeteiligungen im Falle einer Vermarktung vorgesehen.

Im Januar 2018 gaben Evotec und Apeiron bekannt, dass die Unternehmen die erste Meilenstein-Zahlung von Sanofi aus der seit August 2015 bestehenden 3-Parteien-Allianz erhalten haben. Die Zahlung in Höhe von 3 Mio. € wird zu gleichen Teilen zwischen den beiden Biotechnologie-Firmen aufgeteilt.

RNA Plattform

Takeda

Im März 2021 gab Evotec bekannt, dass das Unternehmen eine Multi-Target-Allianz mit Takeda eingegangen ist. Ziel der Partnerschaft ist es, an RNA ansetzende niedermolekulare Substanzen für attraktive Zielstrukturen zu erforschen und zu entwickeln, die mit konventionellen Herangehensweisen nur schwer erreicht werden können.

Die beiden Unternehmen werden gemeinsam niedermolekulare Strukturen identifizieren und entwickeln, die auf verschiedene RNA-Zielstrukturen mit Relevanz für Takedas Forschungs- und Entwicklungsbereiche ausgerichtet sind. Die Kooperation wird die umfangreiche RNA-Plattform von Evotec nutzen, um vielversprechende RNA-Sequenzen zu identifizieren, an denen niedermolekulare Liganden ansetzen können, die sich zu potenziellen first-in-class Therapeutika weiterentwickeln lassen.

Im Rahmen der Vereinbarung erhält Evotec erhebliche Forschungszahlungen und hat Anspruch auf frühphasige, präklinische, klinische und kommerzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 160 Mio. $ je Programm. Darüber hinaus hat Evotec Anspruch auf gestaffelte Umsatzbeteiligungen am Nettoumsatz der Produkte, die aus dieser Kooperation hervorgehen.

Über Evotecs RNA-Plattform

Die strukturbasierte Erkennung tertiärer RNA-Strukturen durch niedermolekulare Substanzen, die an der RNA ansetzen („rSM“), bieten eine Alternative zu sequenzbasierten Ansätzen wie den Antisense-Oligonukleotiden („ASOs“). Der rSM-Ansatz eröffnet ein neuartiges therapeutisches Potenzial indem er es erlaubt, hoch konservierte Teile der RNA anzugreifen. Damit werden auch dann Behandlungspfade möglich, wenn am kodierten Protein nicht auf konventionelle Weise angesetzt werden kann. Zudem wird mit rSM das noch weitgehend unerforschte Feld nicht-kodierender RNA erschlossen, die ebenfalls Krankheitstreiber sein kann.

Die proprietäre RNA-Plattform ist speziell darauf ausgelegt,

  1. tertiäre Strukturelemente der RNA zu identifizieren, an denen rSM mit ausreichender Selektivität und Affinität binden können,
  2. geeignete rSM-Binder zu erforschen und zu entwickeln, die potenziell oral verfügbare Wirkstoffe ermöglichen und
  3. für krankheitsrelevante RNA-Strukturen eine Proof-of-Target-Bindung zu identifizieren und zu liefern, die biologisch aktive rSM-Binder ermöglicht. 

Die hochmoderne niedermolekulare RNA-Plattform von Evotec baut auf den innerhalb des Unternehmens etablierten Wirkstoffforschungswegen auf und kombiniert diese mit neuartigen, innovativen Technologien, wie dem Third-Generation-Sequencing, einer auf der Sequenzierung basierenden Aufklärung von RNA-Molekülstrukturen, die auf diesem Gebiet eine erstklassige Expertise darstellt.

Targeted Protein Degradation Plattform

Janssen - Receptor Shedding

Im Juni 2022 gab Evotec bekannt, dass das Unternehmen eine Wirkstoffforschungspartnerschaft mit Janssen Pharmceutica NV eingegangen ist. Dabei wird die innovative TargetAlloMod-Plattform von Evotec zur Entdeckung von first-in-class Wirkstoffkandidaten mit neuartigem Wirkmechanismus angewendet. Die Vereinbarung wurde durch Johnson & Johnson Innovation unterstützt.

Neben Forschungszahlungen erhält Evotec Anspruch auf erfolgsbasierte Forschungs- und kommerzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 210 Mio. € je Projekt sowie auf mehrstufige Umsatzbeteiligungen an Produkten, die aus dieser Kooperation hervorgehen.

Bristol Myers Squibb - molecular glue degraders

In 2018 gab Evotec eine langfristige strategische Wirkstoffforschungs- und –entwicklungspartnerschaft mit Celgene, jetzt Bristol Myers Squibb (BMS), im Bereich des gezielten Proteinabbaus („targeted protein degradation“) bekannt. Im Rahmen dieser Kooperation wird Evotecs EVOpanOmics Platfform eingesetzt, um Zielstrukturen zu identifizieren, die bisher als schwer zugänglich eingestuft wurden. Dazu verwendet EVOpanOmics modernste Proteomik und Transkriptomik im industriellen Maßstab, um Profile von vielversprechenden Wirkstoffkandidaten zu erstellen und diese auf Basis umfangreicher biologischer Zellprofile zu selektieren. EVOpanOmics bietet darüber hinaus eine integrierte Datenanalyse Plattform, EVOpanHunter, die die Analyse und Auswertung großer Datensätze in diesen Disziplinen ermöglicht.

Nach einer Verlängerung in 2021, gab Evotec in 2022 die Verlängerung und Erweiterung der Partnerschaft um weitere 8 Jahre bekannt, nachdem sich die bisherige Zusammenarbeit als äußerst produktiv erwiesen und eine vielversprechende Pipeline für Molecular Glue Degraders hervorgebracht hat.

Über die bisherige Laufzeit der Allianz hinweg hat Evotec Abschlagszahlungen von mehr als $ 265 Mio. erhalten. Insgesamt hat dieser Deal ein mögliches Gesamtvolumen von $ 5 Mrd. Darüber hinaus erhält Evotec mehrstufige Umsatzbeteiligungen (sog. Royalties) basierend auf dem Verkauf von Produkten.

Mehr Informationen zu dieser bahnbrechenden Allianz finden Sie in folgendem Download.

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