F&E Projekte

 

In unserem internen EVT Innovate Forschungs- und Entwicklungsportfolio entwickeln wir Wirkstoffforschungsprogramme auf unterschiedliche Weise weiter:

  • interne/proprietäre Projekte, die vollständig von Evotec finanziert werden
  • Programme, die von externen Investoren, Stiftungen oder mit öffentlichen Zuschüssen unterstützt werden
  • Risikoteilung durch Allianzen mit akademischen Einrichtungen und kleinen Biotechnologieunternehmen

Das Ziel ist es, diese Projekte entlang der Wirkstoffforschungskette bis zum optimalen Zeitpunkt der Wertsteigerung voranzutreiben, für den es zwei Szenarien gibt, um das finanzielle Risiko des Unternehmens im weiteren Verlauf zu verringern:

  • Pharmapartnerschaft
  • Ausgliederung

Anti-Infektiva

Harvard/ TargetPGB

Evotec gab im Mai 2013 eine Zusammenarbeit mit der Harvard University bekannt. Dabei handelt es sich um die Erforschung und Entwicklung neuer antibakterieller Wirkstoffe auf der Basis hoch validierter Zielstrukturen, die in der bakteriellen Zellwandbiosynthesen eine essenzielle Rolle spielen.

Aufbauend auf den von Harvard lizensierten technologischen Verfahren und chemischen Ausgangspunkten werden die Forscher von Harvard und Evotec im Rahmen der Zusammenarbeit gemeinsam niedermolekulare Verbindungen (small molecules) als Inhibitoren der bakteriellen Zellwandsynthese identifizieren und optimieren. Evotec wird dabei ihre umfassende Infrastruktur und Expertise in der Entwicklung von antibakteriellen Zielstrukturen einbringen. Der Ansatz verbindet vielversprechende chemische Ausgangsstoffe mit biologischen und strukturbezogenen Techniken und umfassendem Know-how in der Medizinalchemie. Die Vermarktung der Forschungsergebnisse erfolgt durch Evotec.

Die Nutzung proprietärer Substanzen und chemischer Ansatzpunkte sowie der Strukturbiologie von Harvard bereiteten den Weg, Stoffe mit antibakterieller Wirkung auf PGB abzielend, zu entwickeln. In der Zusammenarbeit treffen einerseits die langjährige Forschung von Daniel Kahne und Suzanne Walker, beide Professoren des Department of Chemistry and Chemical Biology und des Departments of Biological Chemistry and Molecular Pharmacology and Microbiology and Immunobiology sowie Evotecs Erfahrung im antibakteriellen Bereich zusammen.

Haplogen/ TargetPicV

Im November 2012 sind Evotec und Haplogen GmbH eine Kooperationsvereinbarung zur Erforschung und Entwicklung niedermolekularer Wirkstoffe gegen virale Infektionskrankheiten eingegangen. Im Rahmen der Vereinbarung werden Evotec und Haplogen gemeinsam Wirkstoffe gegen ein menschliches Protein entwickeln, das es krankheitserregenden Viren ermöglicht, ihre Wirtszellen zu infizieren. Dieses Protein wurde durch Haplogens leistungsfähige proprietäre Technologie entdeckt, mit der Wirtsfaktoren für infektiöse menschliche Krankheitserreger identifiziert werden. Evotec wird Haplogens Leitsubstanzen weiterentwickeln und ihre Wirkstoffforschungsplattform einsetzen, um weitere niedermolekulare Inhibitoren zu entdecken. Einzelheiten der Kooperation wurden nicht bekannt gegeben.

Im August 2018 ging Haplogen eine mehrjährige Wirkstoffforschungs- und -entwicklungskooperation mit Bayer ein, um neue Wirkstoffkandidaten im Bereich Lungenerkrankungen, wie z. B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung („COPD“), zu identifizieren. Evotecs und Haplogens auf Zielstrukturen basierter Ansatz wird im Rahmen der Zusammenarbeit von Haplogen mit Bayer erweitert.

Diabetes und diabetische Komplikationen

NURTURE/ Kidney disease

Im Juni 2017 gab Evotec ihren Beitritt zum NURTuRE-Konsortium bekannt, der Evotec ermöglichen wird, die Wirkstoffforschung im Bereich Nierenerkrankungen basierend auf Patientendaten zu beschleunigen. NURTuRE ist einzigartig positioniert, klinische Daten von der UK Renal Registry zu sammeln und Proben von 14 Nierenzentren in England zu analysieren und bildet damit eines der weltweit größten Patientenregister für Nierenerkrankungen.

Das NURTuRE-Konsortium fokussiert sich vorerst auf Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen und nephrotischem Syndrom und bindet hierzu etablierte Institutionen wie das UK Renal Registry und Evotecs integrierte Wirkstoffforschungsplattform im Bereich Nierenerkrankungen ein. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Konsortiums erhält Evotec Zugang zu Patientenproben in Form von Nierenbiopsien, Blut, Serum und Urin für umfassende histologische und molekulare Analysen, um Zielstrukturen und Biomarker zu identifizieren und zu validieren.

Nierenerkrankungen stellen heutzutage eine globale Epidemie dar. Derzeit sind keine Behandlungsoptionen verfügbar, die das Potential haben, das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen zu stoppen oder signifikant zu verlangsamen. Ein tieferes Verständnis der Pathomechanismen basierend auf charakterisierten Patientenproben erlaubt die Identifizierung und Erforschung neuartiger genetischer und metabolischer Komponenten, die die Hauptursache von Nierenerkrankungen sind. Dieser Ansatz wird zu einer neuen Generation an Wirkstoffkandidaten im Bereich der Nierenerkrankungen führen, die auf Basis der Humanbiologie und Pathophysiologie entwickelt werden.

Über NURTuRE

Anfangs gegründet zur Sammlung und Aufbewahrung biologischer Proben von 3.000 Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und mindestens 800 Patienten mit nephrotischem Syndrom bietet diese Biobank eine strategische Ressource für grundlegende und translationale Forschung. Zusätzlich zu aufbewahrten Proben von Plasma, Serum, Urin, DNA und Gewebeproben, wird NURTuRE auch den beträchtlichen Vorteil der direkten Verlinkung zu klinischen Daten durch das UK Renal Registry haben.

Über die Laufzeit von fünf Jahren werden Proben von 14 NHS-Stiftungen gesammelt, die Patienten werden in festgelegten Intervallen weiter beobachtet. Ab Mitte 2018 werden alle Wissenschaftler die Möglichkeit bekommen, Zugang zu den aufbewahrten Proben für ihre Forschungen zu erhalten.

Die Biobank NURTuRE wird durch Abbvie Inc., Evotec, UCB Celltech Biopharma und Kidney Research UK finanziert. Experten der University of Bristol und der University of Nottingham bilden das akademische Kernteam, das für die operative Durchführung zuständig sein wird. Biomarker-Analysen werden an der Universität in Genf und Analysen der Gewebeproben an der University of Birmingham durchgeführt. Mehr Informationen finden Sie hier: nurturebiobank 

NEPLEX

Im November 2017 gab Evotec die strategische Zusammenarbeit mit führenden akademischen Einrichtungen in UK und Italien im Bereich der Mikrofluidik-Technologie bekannt. Diese umfasst auch die Differenzierung induzierter pluripotenter Stammzellen ("iPS-Zellen") und soll die Erforschung neuartiger Wirkstoffe zur Behandlung von Nierenerkrankungen vorantreiben. Durch die Kooperation werden Schlüsseltechnologien von Evotec und akademischen Einrichtungen miteinander kombiniert, um ein neuartiges Wirkstoffforschungsprodukt zu entwickeln ("Nephron-on-a-chip"). Die hochmoderne, an der Cambridge University etablierte Mikrofluidik-Technologie wird mit der erstklassigen iPSC-Technologie- und Nierenexpertise der University of Bristol, des Mario Negri Institutes in Bergamo und von Evotec verknüpft.

Ziel des NEPLEX-Konsortiums ("NEPHRON-ON-A-CHIP WITH CELLULAR AND EXTRACELLULAR MATRIX COMPLEXITY") ist es, einen funktionalen Nephron-on-a-chip zu entwickeln, der sowohl die Filtrations- als auch die Resorptionsfläche der menschlichen Niere widerspiegelt. Die funktionalen Nephronen werden auf vollständig charakterisierten menschlichen Zelllinien sowie auf Nierenzellen basieren, die aus menschlichen iPS-Zellen gewonnen wurden. Prof. Moin Saleem und seine Gruppe von der University of Bristol werden humane Nierenzelllinien mit dem Schwerpunkt der Resorption bereitstellen, Dr. Yan Yan Shery Huang und ihr Labor der University of Cambridge werden den glomerulären Teil des Chips entwickeln, Dr. Christodoulos Xinaris und seine Kollegen vom Mario Negri Institute werden menschliche iPS-Zelllinien und Expertise beisteuern.

Evotec setzt ihre hochmodernen iPSC- und Nierenerkrankungsplattformen ein. Das Produkt wird es bereits in der präklinischen Phase ermöglichen, Wirkstoffkandidaten an einem vollständig menschlichen Nephron zu testen und damit die Wirkstoffforschung für Nierenerkrankungen verbessern und beschleunigen.

Entzündungen und Immunologie

Ellersbrook/ TargetNASH

Im Juni 2016 gab Evotec bekannt, dass die Investmentgesellschaft Ellersbrook GmbH & Co. KG, ("Ellersbrook") mit Sitz in Deutschland in Evotecs internes Projekt TargetNASH investieren wird. Ellersbrook, eine Investmentgesellschaft von Dr. Herbert Stadler, einem renommierten Biotechunternehmer, fokussiert ihre Investitionen auf den Life Science-Bereich.

Diese Vereinbarung ist eine logische Erweiterung von Evotecs EVT Innovate-Segment, in dem proprietäre Wirkstoffforschungsprogramme mit first-in-class Ansätzen verfolgt werden, um diese in strategische Pharmapartnerschaften oder Ausgründungen zu überführen. Ellersbrook und Evotec verpflichten sich, gemeinsam mehr als 5 Mio. EUR in einer Anfangsphase von drei Jahren in das Programm zu investieren. In diese Kooperation bringt Evotec ein spezifisches Cure X-/Target X-Programm (TargetNASH) ein und entwirft und führt den Projektplan gemeinsam mit Ellersbrook aus. Ziel ist es, die TargetNASH-Projekte in der ersten Phase zu bestimmten Etappenzielen in der Wertsteigerung voranzubringen, die als Basis für ein unabhängig finanziertes Spin-off-Unternehmen oder für eine strategische Pharmapartnerschaft dienen können.

Bei TargetNASH handelt es sich um einen systematischen Ansatz, nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) durch neuartige Mechanismen und Zielstrukturen mit dem Potenzial einer krankheitsverändernden Therapie zu behandeln. Nichtalkoholische Fettleber ist die häufigste chronische Lebererkrankung der Welt, betrifft ca. 30% der Erwachsenen und gilt als wesentliche Ursache von NASH. Derzeit ist keine pharmakologische Therapiemöglichkeit auf dem Markt verfügbar. TargetNASH umfasst ein Portfolio hochinnovativer Zielstrukturen, mit denen verschiedene Stadien der Erkrankung behandelt werden sollen.

Onkologie

ex scientia/ TargetBiSM

Im April 2016 gaben Evotec und ex scientia Ltd (Dundee, UK) eine Zusammenarbeit bekannt, die auf die Erforschung und Entwicklung bispezifischer, first-in-class niedermolekularer Immunonkologie-Therapeutika abzielt. Ex scientia wird ihre einzigartige algorithmische Design-Plattform einsetzen, während Evotec, insbesondere vom Toulouse-Standort aus, für die Bereiche Medizinalchemie, in vitro- und in vivo-Pharmakologie sowie Entwicklungskompetenzen und -Expertise verantwortlich sein wird.

Die Anwendung bispezifischer niedermolekularer Substanzen ist ein vielversprechender Ansatz, um die Wirksamkeit gegenüber traditionellen Single-Target-Therapien erheblich zu verbessern. Zunächst fokussiert sich diese Zusammenarbeit auf krebsspezifische Adenosin-Targets, die nachweislich eine wichtige Rolle in der Immunonkologie einnehmen. Die Kombination von Adenosin-basierten Mechanismen über verwandte Targets verspricht große Fortschritte in Bezug auf Wirksamkeit, sowie deren Anwendbarkeit auf größere Patientenpopulationen durch einen einzigen niedermolekularen Wirkstoff.

Yale/ TargetDBR

Im Dezember 2013 gab Evotec eine Zusammenarbeit, TargetDBR (DNA Break Repair), mit den Laboren von Prof. Peter Glazer und Prof. Ranjit Bindra an der Yale School of Medicine bekannt. Ziel der Kooperation ist die Identifizierung neuer Mechanismen, Zielstrukturen und Substanzen, die die DNA-Reparatur beeinträchtigen können. DNA-Reparatur-Mechanismen ermöglichen Krebszellen, umfangreiche Umstellungen des Genoms zu bewältigen sowie Resistenzen zu konventioneller Bestrahlungs- und Chemotherapie zu entwickeln. Demzufolge könnten solche Mechanismen in vielen Krebsindikationen Anwendung finden. TargetDBR stellt die erste Kooperation innerhalb der Innovationsallianz zwischen der Yale University und Evotec dar.

Über die Innovationsallianz zwischen Evotec und Yale

Im Januar 2013 sind Evotec und die Yale University eine strategische Partnerschaft eingegangen. Im Rahmen der Allianz werden Evotecs moderne Technologien und Kompetenzen in der Wirkstoffforschung mit der erstklassigen Wissenschaft der Yale University vereint, um innovative Behandlungsansätze für Krankheiten mit hohem medizinischem Bedarf zu verfolgen. In den Indikationen ZNS, Stoffwechsel-, Immun- und Krebserkrankungen werden Evotec und Yale gemeinsam neue Testsysteme (Assays), Screeningmethoden und Modelle bewerten, insbesondere jedoch explorative Zielstrukturen (Targets) und Substanzen verfolgen. Im Rahmen dieser Allianz soll Evotecs Wirkstoffforschungsinfrastruktur nahtlos mit der innovativen Biologie der Yale University verbunden werden, um individuelle Projekte in Stadien voranzubringen, in denen sie verpartnert werden können.

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